Passform
Die folgende Anleitung gilt für klassische Masken (KM) und Vollgesichtsmasken (VGM) gleichermaßen.
Probieren Sie möglichst mehrere Masken aus und stellen Sie sich ihre persönliche Auswahl für eine zweite Runde zusammen. Die erste Maske muss nicht immer die beste sein!
Eine nicht passende Maske kann dicht sein, allerdings drückt sie meist nach einiger Zeit an irgendeiner Stelle oder schränkt das Sichtfeld ein!
Passform prüfen
Klappen Sie das Band nach oben, halten Sie die Maske gegen Ihr Gesicht, achten Sie darauf, dass sich keine Haare zwischen Haut und Maskenkörper befinden (Tipps für Bartträger folgen unter Punkt 4.). Drücken Sie sie leicht auf das Gesicht. Nun erfolgt der erste prüfende Blick, wie die Dichtlippen an den markanten Punkten (Augenwinkel, Augenbrauen, Stirn, Wangen und unter der Nase) anliegen.
Entweder schauen Sie selbst in einem Spiegel, wie der Dichtrand aufliegt, oder besser Sie überlassen den prüfenden Blick Ihrer Begleitung oder einem Verkäufer. Wenn das gut aussieht, folgt der Unterdrucktest.
Unterdrucktest Klassische Maske (KM)
Drücken Sie die Maske wie oben beschrieben, ohne das Band anzulegen, leicht auf Ihr Gesicht auf. Atmen Sie dann leicht über die Nase ein. Sie erzeugen so in der Maske einen Unterdruck und die Dichtlippen legen sich an. Halten Sie dann den Atem an. Die Maske sollte nun, ohne dass Sie sie weiter festhalten, auf dem Gesicht haften bleiben. Wenn sie abfällt oder der Unterdruck nur bleibt, wenn Sie weiter Luft durch die Nase ziehen, beginnen Sie von vorne und korrigieren Sie den Sitz.
Probieren Sie das 2- oder 3-mal, variieren sie auch etwas mit der Luftmenge. Klappt das nach ein paar Versuchen nicht, ist es nicht Ihre Maske. Wenn die Maske den Unterdruck hält, können Sie zusätzlich den Fingertest machen.
Drücken Sie dann Ihre Zunge hinten im Gaumen nach oben, gerade so, als wollten Sie Schnarchgeräusche simulieren. Wichtig ist, dass Sie dadurch den Atemweg zur Nase komplett verschließen. Wenn Sie jetzt einen Ihrer Fingerknöchel zwischen Ihre Zähne nehmen, simulieren Sie, dass Sie einen Schnorchel im Mund haben. Halten Sie die Maske dabei fest!
Wenn die Dichtlippe der Maske gut aufliegt, wird der Unterdruck halten; wenn sich die Maske irgendwo abhebt, entweicht der Unterdruck und die Maske fällt ab. Dieser Test ist die Kür bei der Maskenanprobe, aber nicht das Hauptkriterium für Ihre Entscheidung.
Unterdrucktest Vollgesichtsmaske (VGM)
Dieser kann bei einer Vollgesichtsmaske nur ohne das Schnorchelrohr durchgeführt werden! Drücken Sie dafür die VGM leicht und ohne das Band anzulegen auf Ihr Gesicht. Achten Sie darauf, dass sich keine Haare zwischen Haut und Maskenrand befinden. Halten Sie die Öffnung, auf die das Schnorchelrohr aufgeschoben wird, zu, atmen Sie leicht ein und halten Sie dann die Luft an. Die VGM sollte, ebenso wie die klassische Maske, auf dem Gesicht haften bleiben, ohne dass Sie sie festhalten müssen.
Das Blickfeld
Vorweg: Hat die Maske Seitenscheiben, bzw. einen Knick wie eine VGM, zählt nur die nach vorne gerichtete Scheibe für die Bestimmung des Blickfeldes. Aufgrund der veränderten Lichtbrechung unter Wasser zeigen die seitlichen Anteile ein Bild ähnlich dem „Toter-Winkel-Bereich“ vom Außenspiegel Ihres Autos. D. h. das seitliche Bild stellt keine Erweiterung des Frontbildes dar. Das ist nur außerhalb des Wassers der Fall.
Sie können das Blickfeld wie folgt feststellen und vergleichen:
Stellen Sie sich hin und setzen Sie die Maske auf. Schauen Sie geradeaus und wählen Sie einen Fixpunkt zentral vor Ihnen. Von diesem aus bewegen Sie die Augen von links nach rechts, ohne dabei den Kopf zu drehen. Merken Sie sich, was Sie gerade noch aus den Augenwinkeln am Maskenrahmen bzw. bei der VGM am Übergang zur Seitenscheibe sehen können. Dies ist das Blickfeld, das Ihnen die Maske unter Wasser bietet.
Die markanten Punkte (KM/VGM)
1. Augenwinkel und Augenbrauen
In den Augenwinkeln kommt es häufig vor, dass die Dichtlippen wegen der Augenbrauen nicht komplett auf der bloßen Haut aufliegen.
Das lässt sich nicht immer vermeiden! Sie testen die Dichtigkeit an dieser Stelle, indem Sie die Dichtlippe hinter den Augenwinkeln mit dem Zeigefinger leicht abheben. Wenn der Unterdruck in der Maske dabei sofort verschwindet, ist die Auflagefläche sehr klein und Sie sollten eine andere Maske wählen!
2. Wangenfalten (Lachfalten)
Wenn man die Wangen leicht anhebt, führt das bei manchen Menschen zu Falten neben der Nase. Durch diese Falten liegen die Dichtlippen eventuell nicht mehr glatt auf und die Maske verliert den Unterdruck bei der Anprobe, bzw. es dringt beim Schnorcheln Wasser ein. Bei einer Vollgesichtsmaske können diese Falten ungewollt eine Pendelatmung begünstigen.
Bei einer klassischen Maske leistet der Fingertest oder ein Schnorchel gute Dienste zur Überprüfung. Auch hier kann es sein, dass Sie den Sitz der Maske noch einmal korrigieren müssen. Wenn es gar nicht klappt, ist es nicht die richtige Maskenform für Ihr Gesicht. Eine VGM sollten Sie unbedingt ein paar Minuten auflassen und umherlaufen. Wenn sich das Gefühl einstellt, zu wenig Luft zu bekommen, müssen Sie auf jeden Fall eine andere Maske wählen.
3. Oberlippe, Mund-Nase (KM/VGM)
Die verschiedenen Masken haben unterschiedlich breite Silikonränder. Je nach Abstand zwischen Ihrer Nase und Ihrer Oberlippe kann es sein, dass der Maskenrand zu dicht an der Oberlippe liegt. Mit dem Mundstück des Schnorchels im Mund hebt sich dann eventuell die Maske ab und es dringt Wasser ein. Das testen Sie am besten mit Ihrem Schnorchel.
Bei einer VG-Maske setzen Sie die Maske auf und laufen ca. 5 Minuten damit herum. Wenn wenn das Atmen in Bewegung schwer fällt, ist der Atemwiderstand zu hoch und Sie sollten eine andere Maske ausprobieren.
4. Haare (KM/VGM)
Sobald sich Haare zwischen Haut und Dichtlippen befinden, dringt mehr oder weniger schnell Wasser in die Maske ein. Bei einem Vollbart kommt es bei einer VGM zur Undichtigkeit der Dichtlippen im Mund-Nasen-Bereich und damit zur Pendelamtung!
Sollten Sie einen Oberlippenbart haben und die klassische Maske deshalb nicht dicht bekommen, können Sie Folgendes versuchen: Schieben Sie die Oberlippe über die Zähne nach unten, Sie spannen dadurch die Haut bis hin zur Nase. Setzen Sie die Maske nun zuerst mit dem unteren Rand unter der Nase an. Manchmal genügt der dabei entstehende schmale Hautrand unter der Nase bereits und die Maske ist dicht.
Falls das nicht klappt, können Sie entweder einen schmalen Streifen unter der Nase frei rasieren oder Sie tragen Vaseline auf den Bart auf, bevor Sie die Maske aufsetzen und Schnorcheln gehen.
Generell empfehle ich Bartträgern immer, einen Test im Schwimmbad zu machen.
5. Stirn
Wenn die Form im Maskenkörper nicht zu Ihrer Kopfform passt, kann dennoch ein Unterdruck erzeugt werden. Es stellt sich die Frage, wie fest Sie das Maskenband anziehen müssen, bis der Dichtrand aufliegt. Wenn es nicht unangenehm ist und die Maske ansonsten gut passt, kann diese in die engere Auswahl.
6. Nase
Klassische Masken haben immer einen Nasenerker. Er ist notwendig, damit Sie beim Abtauchen den immer notwendigen Druckausgleich durchführen können! Generell sollte Ihre Nase im Erker nicht eingequetscht und mit Daumen und Zeigefinger gut zu fassen sein.
Anprobe Maske
Vollgesichtsmaske (VGM) mit Nasenerker
Bei den wenigen Modellen, die es gibt, ist die Nase bauartbedingt nur schwer zu erreichen. Kein Vergleich zu einer klassischen Maske! Wenn man abtaucht, ist es notwendig, auch mal schnell einen Druckausgleich machen zu können. Das ist bei den aktuellen Modellen meines Erachtens nicht gegeben.
Vollgesichtsmasken sind zum Schnorcheln an der Oberfläche gemacht und dort haben sie auch Ihre Berechtigung.
Wenn Sie hin und wieder auch einmal abtauchen wollen, wählen Sie ein klassisches Set und üben Sie ein wenig. Sie werden überrascht sein, wie einfach das ist!
